Jenseits des Sichtbaren

Vor wenigen Tagen wurde ich in spontan und direkt gefragt: „Wenn wir diese Krise überstanden haben, welche Auswirkungen hat das auf den IT-Betrieb unserer Kunden und unser Managed Service Angebot?“

Beim Überlegen meiner Antwort schwankte ich zwischen „dazu kann ich heute wirklich noch nichts sagen“ und dem ein oder anderen Gedanken, von dem ich ziemlich sicher ausgehe, dass es so kommen wird.

Letztlich habe ich mich dann nicht vollständig aus der Affaire gezogen und meine Annahmen mit ausreichender Nennung von Unsicherheiten geäußert. Und genau das möchte ich auch in diesem Beitrag machen.

Was erwartet uns jenseits des Sichtbaren? Darum geht es mir heute und hierbei möchte ich auf einige ausgewählte Aspekte eingehen.

Gemäß meiner Hypothese werden wir eine Entwicklung in drei Phasen sehen.

Phase-1 : Ermöglichen

Phase-2 : Wertschöpfen

Phase-3 : Erneuern

 

Die aktuelle Phase ‚Ermöglichen‘ meint, dass wir handlungsfähig bleiben, dass wir überleben, dass wir weiterhin menschlich und in Kontakt bleiben.

In dieser Phase sehen wir einen hohen Einsatz Vieler. Man kann sagen, wir sehen endlich und hoffentlich auch die Wichtigkeit für bisher wenig geachtete Berufe und zusätzlich viel Bedarf gerade für Systemhäuser, damit unseren Kunden maximal viele Tätigkeiten von zuhause ermöglicht werden.

Da es zu dieser Fragestellung bereits viel guten Content gibt, gehe ich darauf heute nicht ein, mir geht es ja um das, was jenseits des Sichtbaren kommen wird und das sind die beiden nächsten Phasen.

Immer noch aktuell zu Phase-1 ‚Ermöglichen‘ ist die Podcast-Folge mit dem Teams Experten Alexander Eggers.

>> http://msp-insights.de/ms-teams-vom-tool-zum-projekt-zum-kulturwandel/

Und sein neues Projekt ‚Teams für alle‘.

>> https://www.teams-fuer-alle.de

 

Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass wir technologisch und funktional Phase-1 ‚Ermöglichen‘ bewältigt haben, werden wir – so meine große Hoffnung – lernen, mit den bereits vorhandenen technischen Möglichkeit vollkommen anders als bisher zu arbeiten. Dies ist die Phase-2 „Wertschöpfen“.

Lasst uns das Verhalten in Präsenzmeetings und in unseren gemeinsamen Offices nicht einfach nur ins Virtuelle kopieren und nun eben per Videomeeting umsetzen. Wir haben doch heute auch in Präsenzmeetings viele Probleme und ziehen aus den Meetings zumeist nicht den Nutzen, den wir uns gewünscht hätten, oder wie erlebt Ihr das? Wir haben in Präsenzmeetings zu wenig echten, offenen Austausch und Diskurs und diese Meeting(un)kultur in den letzten Jahrzehnten in meinen Augen nicht substantiell weiterentwickelt.

Lasst uns überlegen, wo hier Chancen liegen können? Was geht virtuell sogar besser oder eben nur auf diese neue Weise, so dass eine echte Konversation, ein echter Austausch entsteht und damit viel mehr Ergebnis produziert wird, als in einer Präsenzvariante. Schöpfen wir mehr Wert auf Basis der bereits vorhanden Möglichkeiten. Machen wir anonyme Umfragen mit mehr Resonanz als am Tisch. Machen wir virtuelle Breakouts, also Kleingruppen, die dann wieder in die große Gruppe zusammenkommen und ihre Ergebnisse vorstellen. Lassen wir Fragen und Diskussionen per Chat zu, die in Präsenz niemand gestellt hätte.

Vor wenigen Tagen war ich Moderator in einer Teamssitzung mit über 20 Teilnehmern und habe erste Versuche in diese Richtung unternommen, die schon gut funktioniert haben.

Fast hätte ich „Wertschätzung“ statt „Wertschöpfung“ geschrieben. Wie viele Mitarbeiter sind heute nicht wirklich engagiert und sind innerlich vom Unternehmen weit entfernt. Die bedrückenden Statistiken kennen wir alle. Und diese Werte sind seit Jahren katastrophal hoch.

Vielleicht schaffen wir es, auf neuen Wegen zu mehr Engagement durch mehr Wertschätzung und Partizipation zu kommen.

Wenn wir uns auf diesen Weg aufmachen, bin ich sehr neugierig, was noch alles an Nutzung der vorhandenen Möglichkeiten auf uns zukommt.

Als Hinweise hier das kurze Manifesto von Seth Godin zum Thema, das darauf ausführlicher eingeht:

>> https://seths.blog/2020/03/the-conversation/

 

Und richtig spannend wird es in Phase-3 ‚Erneuern‘.

Was werden wir in 12 Monaten an Lösungen oder Erweiterungen für das virtuelle Arbeiten sehen, das wir uns heute nicht vorstellen können.

Welche – gerne als Managed Service – bereit gestellten Lösungen liefern den Unternehmen dann neue Dienste jenseits des Remote-Arbeitens.

  • Kommen jetzt Bots für die Kommunikation mit der intenen IT?
  • Gibt es jetzt interne Live-Ereignisse auch für 500 Zuhörer?
  • Wie entstehen kreative Inhalte, mit welchen Tools wird gemeinsam gedacht?
  • Wie setzen wir Lösungen für das virtuelle Arbeiten von morgen zusammen und stellen diese als einen gemeinsamen Service bereit?
  • Wie verändern wir unsere kommunikativen Serviceleistungen, um anders mit den Kunden zu kommunizieren?
  • Was meint Ihr, welche neuen Lösungen würdet Ihr Euch wünschen, die es heute noch nicht gibt?

Ich bin sehr gespannt auf unseren gemeinsamen Weg. Und vielleicht liege ich mit meinen drei Phasen ‚1-Ermöglichen‘ – ‚2-Wertschöpfen‘ – ‚3-Erneuern‘ ja nicht ganz falsch.

 

Euch allen wünsche ich für die kommende Zeit beste Gesundheit und auch unternehmerisch einen den Umständen gemäß optimalen Verlauf.

 

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